Andreas Wolter – eMotion Pictures

Romantischer Minimalismus, Piano-Meditationen, Musik für das Kino im Kopf – diese Schlagworte bieten erste Ansätze, um sich der Musik von Andreas Wolter zu nähern. Nachdem er zwei Alben komplett in Eigenregie einspielte und damit erste Radio-Einsätze feiern konnte, legt der Berliner Pianist mit eMotion Pictures jetzt sein eindrucksvolles Label-Debüt bei tonwert vor. Noch deutlicher als bei den Vorgängern versteht es Wolter auf eMotion Pictures mit seinem Klavier entspannte, elegische Klangwelten zu erschaffen, die den Zuhörer zu einer Reise durch den eigenen Emotionskosmos einladen. Der Titel des Albums ist dabei Programm: Es sind Klangbilder zwischen Ruhe und Bewegung – zwischen Klassik, Minimalismus und poetisch-meditativer Improvisation.

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Minimalistische, repetitive Begleitfiguren und klassisch geschulte Virtuosität treffen in den zwölf Stücken des Albums auf eingängige Melodien, die in ihrer schlichten, fast zerbrechlichen Poetik eine seltene Sensibilität offenbaren. Dabei dominiert eine elegante meditative Melancholie, in die sich der Zuhörer wie in einen äußerst bequemen Sessel bedenkenlos fallen lassen kann. Musik die es mühelos schafft, einem automatisch Bilder in den Kopf zu zaubern. Stimmungsmäßig sind die Kompositionen des Albums dabei den Nachtstücken der deutschen Romantik zuweilen nicht unähnlich. Dabei handelt es sich übrigens auch um Nachtstücke im wahrsten Sinn des Wortes, wie Wolter erklärt: „Ich hatte das Bedürfnis diese Musik zu komponieren. Immer wenn ich Zeit hatte, vor allem in der Nacht, bin ich in aller Ruhe in den Keller gegangen – vielleicht mit einer Tasse Kaffee – und habe an der Musik gearbeitet“, so Wolter.

Die zwölf Resultate dieser nächtlichen Aktivitäten bieten eine unverstellte Sicht auf die Gefühlswelt und die erstaunliche Kreativität ihres Schöpfers. Schon „Another Place“, der Opener des Albums, öffnet in eindrucksvoller Weise das Tor zu Wolters ganz eigenen Klangsphären. Fließend, fast wie improvisiert, fügt er hier wiederkehrende minimalistische Tonfiguren zusammen und paart sie mit fast schon romantischer Ausdruckskraft und eingängig akzentuierter Melodik. Man kann sich das Ergebnis gut als den Soundtrack  einer imaginären Filmszene denken. Wie mühelos Wolter die Einflüsse klassischer Elektronik mit seiner eleganten Klaviertechnik in Einklang bringt, zeigt sich mitunter auch an einem Stück wie „Ruf!“. Ein repetatives, durch Sequencerfiguren von Klaus Schulze und Mike Oldfield inspiriertes Ostinato-Thema entwickelt sich zu einem durch kontemplativem Klangambiente, dass ebenfalls eine starke unbewusste Visualität in sich trägt. Geschickt verschleiert wird dabei die diffizile Metrik. In „Syrinx“ schließlich gehen Minimalismus und impressionistische Klangmalerei mühelose eine Synthese ein. Den alten griechischen Mythos der Nymphe Syrinx, die weil sie die Liebe des Pan verschmäht, sich auf ihrer Flucht vor dem Hirtengott in ein Schilfrohr verwandeln lässt, setzt Wolter in quirlige Arpeggien und Ganztonleitern um.

Schon mit sechs Jahren entdeckte der in Offenbach am Main geborene Wolter den Klangkosmos, der in achtundachtzig Klaviertasten stecken kann. Gefördert von namhaften Lehrern wie Prof. Gregor Weichert, Klaus Hennecke, Prof. Elena Lapitskaja und Wolfgang Saschowa, führte sein Weg in den folgenden Jahren über diverse Preise bei Jugend Musiziert zu Musikstudien in Münster und Berlin. Neben der Perfektionierung seines Klavierspiels lernte er dabei auch noch Orgel und Cembalo. Mittlerweile tritt er regelmäßig als Konzertpianist in Erscheinung und zeigt bei seiner Repertoire-Auswahl eine Vorliebe für osteuropäische Klaviermusik von Rachmaninoff, Skrijabin, Chopin und Khatchaturian.

Was sich wie die Beschreibung einer mustergültigen Klassikerkarriere liest, hat  allerdings noch einen für diesen Bereich eher untypischen Aspekt. Denn neben seinem Studium entdeckte Andreas Wolter auch sein Interesse an elektronischer Musik und Tontechnik. Besonders die ausgedehnten Klangexkursionen des deutschen Elektronikpioniers Klaus Schulze und Mike Oldfields „Tubular Bells“ öffneten ihm den Zugang zu anderen musikalischen Denkweisen. Als ebenso einflussreich erwiesen sich auch die Musik von Minimal - Pionieren wie Erik Satie, Philip Glass, Steve Reich und Michael Nyman. Aus der Synthese dieser Einflüsse entwickelte Andreas Wolter seine ganz eigene Stilistik. Dabei spielen unnötige stilistische Barrieren oder die oft beschworene Grenze zwischen E und U – Musik für ihn absolut keine Rolle. „Ich fand die Trennung in U und E-Musik noch nie sehr sinnvoll, weil zum Beispiel Mozart in seiner Musik Unterhaltung und Anspruch vereint. Oder beispielsweise die „Bohemian Rhapsody“ von Queen mit Sicherheit auch ein sehr anspruchsvoll komponiertes Werk ist“.

Die emotionale Bildhaftigkeit seiner Kompositionen machen sich auch zunehmend Filmregisseure zunutze. So schuf Andreas Wolter unter anderem für die außergewöhnliche Filmdokumentation „Hahnemanns Medizin – vom Wesen der Homöopathie“ der Berliner Regisseurin Elfie Mikesch die adäquate - durch Barock und Klassik - inspirierte musikalische Umsetzung. Gut möglich, dass man seinem Namen in näherer Zukunft noch öfter in einem Filmabspann begegnen wird.

„Ich habe Musik für einige Filme komponiert und produziert, habe eine große Vorliebe für Minimalmusik und frage mich, warum es nicht auch welche aus Deutschland gibt, wo doch so viele Fans und Musiker von den entsprechenden französischen, englischen und amerikanischen Filmen und deren Musik begeistert sind“.

eMotion Pictures ist eines der seltenen Alben, das seinen Hörerinnen und Hörern ermöglicht, sich gleichzeitig zu entspannen und einer emotionsgeladenen Bilderflut hinzugeben.

 
 
  1. Another Place
  2. Choral
  3. Ruf
  4. Dies Irae
  5. Sehnsucht
  6. Herbst Improvisationen
  7. Winterlandschaft
  8. Chaconne
  9. Nocturne of Sadness
  10. Syrinx
  11. Spring Prelude
  12. (Hidden) eMotion picture for Cello  

 

Releasedate CD: 23.02.2007

Releasedate Digital: out now!!!

Label: tonwert

Format: CD und Digital

Labelcode: LC 11784

Catalogue No: towe 002

EAN: 4260044590097

Distribution: AL!VE AG (D)